Sturmwelle – Stephan M. Rother

sturmwelle

Blanvalet Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 544 Seiten
9,99 Euro
September 2012
ISBN: 3442377587

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Inhalt (lt. amazon.de):
Der Tod, der aus der Tiefe kommt!
Die junge Lara Rasmussen kennt nur ein Ziel: Sie will das Vermächtnis ihres Vaters erfüllen und der tosenden Nordsee das Geheimnis um die sagenhafte Insel Rungholt entreißen. Da beginnen in den Tiefen des Meeres die Glocken von Rungholt erneut zu läuten, um vor einer bevorstehenden Heimsuchung zu warnen. Denn rücksichtslose Profitgier bedroht das freie Watt vor den Inseln. Eine Sturmflut und ein Trupp ertrunkener Bauarbeiter sind nur der Anfang. Allein Lara kann jetzt noch verhindern, dass ein ganzer Landstrich und seine Bewohner ein nasses Grab finden.

Zitat:
In diesem Moment geschah etwas, das ich in den Erinnerungen noch nicht erlebt hatte. Für eine Sekunde war die Allgegenwart der anderen Wirklichkeit durchbrochen, ohne dass die Reise auf die andere Seite schon beendet gewesen wäre.
Für diesen kurzen Augenblick war ich wieder ich, zum Teil zumindest. Mein Ich im einundzwanzigsten Jahrhundert, in den Salzwiesen, über die der Wind strich.
Und dieses Ich stutzte.
Die Stimme! Ich kannte diese Stimme. Ich hatte sie schon einmal gehört. Ich konnte nicht sagen, wann, und ich konnte nicht sagen, wo.
(S. 203 ff.)

Kommentar:
Kurz vor Laras 18. Geburtstag bekommt sie ein mysteriöses Geschenk. Es ist von ihrem Vater Marten, der allerdings bereits vor ihrer Geburt gestorben ist, ihr allerdings sein Vermächtnis hinterlassen hat. Marten war auf der Suche nach der geheimnisvollen und sagenumwobenen Insel Rungholt, die vor vielen Jahren unter gegangen ist. Lara will mit Hilfe von Martens Aufzeichnungen nun selbst nach Rungholt suchen. Dazu begibt sie sich wieder nach Hallig Horn, die Insel ihres Stiefvaters Rasmussen. Kaum dort angekommen, geschehen schon merkwürdige und mysteriöse Dinge. So findet sich Lara immer wieder für kurze Zeit in seltsamen Visionen der Vergangenheit wieder.
Ebenso versuchen zwei polizeiliche Ermittler den Tod von 29 Menschen aufzuklären, die im Watt ertrunken sind. Allerdings bei Ebbe…
Was hat es damit auf sich? Welches uralte Geheimnis verbirgt sich hinter der Legende von Rungholt? Und was hat die Familie ihre Stiefvaters damit zu tun? Lara findet sich bald in einem unglaublichen Wettlauf mit der Zeit wieder, denn nun ist es an ihr die drohende Sturmflut zu verhindern…

Mit “Sturmwelle” hat Stephan M. Rother einen Thriller mit vielen Mystery-Elementen geschrieben. Das hat für mich den Reiz ausgemacht dieses Buch lesen zu wollen, denn Mysteriethriller lese ich eigentlich ganz gerne.
In diesem über 500 Seiten starken Buch beginnt jedes Kapitel mit der Zeit- und Datumsangabe, den Gezeitenstand und dem Wasserpegelstand, anhand dessen man sich zeitlich orientieren kann.

Erzählt wird zum größten Teil aus der Sicht von Lara und dem dänischen Ermittler Hennig. In zahlreichen erlebten Rückblenden von Lara erfährt auch der Leser mehr über die Vergangenheit. So wird von Anfang an die Spannung schon ein wenig gehalten, denn ich fand bis ca. zur Hälfte die Geschehnisse ein wenig lahm und langatmig. Bis zu diesem Zeitpunkt haben mich hauptsächlich die Rückblenden bei der Stange gehalten. Ab der zweiten Hälfte, als ich mich auch darauf eingestellt habe, inwieweit die Mysterie-Elemente hier mitspielen, fand ich das Buch generell spannender und flüssiger zu lesen, bis dahin war es ein wenig zäh.

Die Figuren in diesem Buch konnten mich auch nicht total überzeugen. Lara, die gerade knapp vor ihrem 18. Geburtstag steht, agierte meiner Ansicht nach nicht wirklich authentisch für einen Teenager. Spätestens wenn man merkt, dass irgendetwas nicht stimmen will, bzw. dass alle Ereignisse miteinander zusammen hängen, schaut man sich doch die entsprechenden Dokumente an, auch wenn man sich vorher vorgenommen hat es nicht zu tun. Meine ich jedenfalls. Ich mag hier jetzt auch nicht so sehr ins Detail gehen um nicht zu spoilern, aber ich fand das teils wenig glaubhaft wie Lara sich verhalten hat.
Hennig dagegen fand ich wiederrum zu jugendlich, dafür, dass es schon Polizist ist. Er verhielt sich meiner Ansicht nach oftmals viel zu naiv und kindlich. Das hat für mich nicht so sehr zusammen gepasst.

Schade fand ich, dass es zum Ende hin kein Nachwort gab, in dem der Autor ein wenig geschrieben hat, was genau nun Fiktion war und was es wirklich gibt. Okay, die mysteriösen Elemente sind natürlich Fiktion, dass ist klar, aber dass es tatsächlich eine Legende um die Insel Rungholt in der Nordsee gibt, fand ich interessant und war mir bislang nicht geläufig. Da ich zu Hallig Horn nichts finden konnte, gehe ich aber mal davon aus, dass diese Insel erfunden ist.

Insgesamt hatte der Autor hier eine tolle Idee mit der Geschichte, die in der Nordsee spielt und trotz aller Kritikpunkte habe ich dieses Buch gerne gelesen. Es wird wohl auch nicht mein letztes Buch dieses Autors gewesen sein. Von mir gibt es hier drei solide und gute Sterne!

Blogpatenschaft: Meine neue Patenmami!

blogpatenschaftVor einer Weile haben Moni von Süchtig nach Büchern und Roza von Rozas Leselieblinge eine tolle Aktion gestartet, nämlich die Blogpatenschaften. Dabei konnte sich jeder Blogger melden, der noch Hilfe benötigt und damit Patenkind werden und es konnten sich natürlich auch die erfahrenen Blogger melden um Hilfe und Unterstützung zu gewähren und damit Patenmutti zu werden.

Eine tolle Aktion, für die ich mich gerne beworben hätte, denn mein Blog ist zwar schon älter, aber so richtig reingefunden ins Bloggen habe ich mich immer noch nicht und bin daher für jede Hilfe dankbar, aber leider wurde ich erst zu spät auf diese Aktion aufmerksam. Moni hat mir aber trotzdem noch eine Patenmama zuteilen können, weil es mehr erfahrene Blogger gab, als welche, die noch Hilfe suchten. Liebe Moni, danke noch einmal dafür! :)

Und jetzt bin ich total froh darüber, dass Haykuhi von Books & Art meine neue Patenmami ist.

booksandart

Wir finden es zwar lustig, dass in unserem Fall die Patenmami viel jünger ist als das Patenkind, aber wir haben gemeinsam beschlossen, dass uns das nicht davon abhalten wird ein paar tolle Aktionen zusammen zu starten, ihr könnt euch also schon freuen!

Ich freue mich jedenfalls sehr, dass ich nun jemanden habe, der mir ein wenig unter die Arme greift und danke jetzt schon dafür!

Haykuhi, ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit und auf unser erstes gemeinsames Projekt! ;)

Liebe Grüße,

Nicole

Stolen Mortality – Jennifer Benkau

stolenmortality

Sieben Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 354 Seiten
14,90 Euro
Juni 2013
ISBN: 3864431115

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Inhalt (lt. amazon.de):
Jamian Bryonts steht mit dem Rücken zur Wand. Um seinen jüngeren Bruder zu schützen, nimmt er die Schuld für einen Fehler auf sich, den er nicht begangen hat, und unterwirft sich einem ewigen Fluch: Mittels eines Giftes raubt der Senat der Vampirjäger ihm die Sterblichkeit. Doch warum gerade diese diabolische Strafe für ihn gewählt wurde, stellt Jamian vor ein Rätsel. Und was hat es mit der Vampirfrau Laine auf sich, die zeitgleich in seinem schottischen Dorf auftaucht und über Gesetze nur lacht? Klar ist nur eins sie ist die Letzte, der Jamian vertrauen darf. Denn Laine hat einen tödlichen Auftrag.

Zitat:
28.05.08 – Bin allein. Gerade läuft mein Prozess in Edinburgh. Sie verhandeln meine Strafe, als ob es da etwas zu verhandeln gäbe. Auf den Mord an einem Menschen gibt es nur eine Strafe, da kann Jamie den ganzen Senat in Stücke reißen. Das Schlimmste ist, dass ich zu Hause bleiben muss. Ich bin zu jung für eine Verhandlung. So was Verlogenes hab ich noch nie gehört und inzwischen verstehe ich, warum Jamie so zornig war, dass sie mich jetzt schon zum Wächter gemacht haben. Er hat gesagt, sie wären besser nie gekommen. Er hat recht.
(S. 83)

Kommentar:
Jamien und sein jüngerer Bruder Junias sind Kienshi, Wächter der Finsternis, Wächter über den schottischen Ort Glen Mertha. Ihre Aufgabe ist es für Ruhe und Ordnung zu sorgen und gegebenenfalls auch die ansässigen Vampire zur Ordnung zu rufen. Als eines Tages Jamien die Schuld für etwas auf sich nimmt, was eigentlich Junias verbrochen hat, wird ihm zur Strafe seine Sterblichkeit genommen und er wird vom Senat der Kienshi unsterblich gemacht. Als dann schließlich noch eine fremde Vampirfrau auftaucht, die Jamien umbringen will, kommt eine alte und düstere Prophezeiung ans Licht, die für Jamien und Junias alles verändert …

Nachdem mir Jennifer Benkaus Reihe Dark Canopy und Dark Destiny gut gefallen hat, war ich auch auf ihr Erstlingswerk gespannt. Stolen Mortality hat die Autorin bereits vor langer Zeit geschrieben, noch vor ihren bisher veröffentlichten Büchern, aber es war jetzt erst die Zeit für eine Veröffentlichung.

Stolen Mortality ist kein typischer Vampirroman, wie ich es erst dachte. Vampire spielen zwar mit und auch eine große Rolle, die zwei Hauptfiguren sind jedoch keine Vampire, sondern eine neue, erfundene Rasse mit übernatürlichen Kräften und Fähigkeiten. Zunächst hatte ich nicht zuletzt deswegen auch ein paar Probleme mich in die Handlung einzufinden, aber die Autorin hat einen so schön offenen und einnehmenden Schreibstil, dass ich bald doch mitten in der Geschichte gefangen war und auch nicht mehr aufhören wollte, bis ich schließlich auf der letzten Seite angelangt bin.
Inhaltlich habe ich mich zwar schon gefragt, was Unsterblichkeit für eine merkwürdige Strafe sei, aber im Verlaufe der Geschichte erfährt man dann, dass alles seinen Grund hatte.
Ziemlich geschickt fand ich es von der Autorin, gleich zwei Altersgruppen gleichermaßen zu bedienen, denn Junias ist im Teenageralter und geht noch zur Schule, während der nicht soooo viel ältere, aber reifere Jamien eher der älteren Zielgruppe gefallen dürfte. Im Laufe der Geschichte fand ich allerdings, dass Junias sich als der eigentlich besonnenere und reifere Bruder heraus kristallisiert hat, denn Jamiens Besessenheit ließ ihn doch eher unvorsichtig werden. Genau diese Besessenheit Jamiens von der Vampirin Laine hat mich mit der Zeit auch ein wenig genervt. Das liegt aber wohl daran, dass ich mit den Bösen meist nicht so viel anfangen kann und dazu zähle ich Laine, auch wenn ich gerade auch ihre Entwicklung in der Geschichte sehr interessant fand.
Schön fand ich auch, dass das Ende recht offen ist und durchaus noch Raum für eine Fortsetzung lässt. Ich würde mich eigentlich schon freuen, wenn die Geschichte rund um Jamien, Junias und Glen Mertha irgendwann weiter gehen würde.

Das Buch an sich hat ein wunderschönes Cover, wie ich finde, und auch die Kapitelüberschriften sind in einer hübschen Schriftart, die zur Geschichte passt. Das Textlayout hingegen finde ich nicht so gelungen. Viel und klein gedruckter Text, wenig Absätze, also absolut ausgereizte Seiten, erschweren das Lesen leider ein wenig, aber auch daran habe ich mich nach einigen Seiten gewöhnt.

Von mir gibt es für Jennifer Benkaus Erstlingswerk gute vier Sterne!

Gelöscht – Teri Terry

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Coppenrath Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 430 Seiten
17,95 Euro
Juni 2013
Originaltitel: Slated
ISBN: 364961183X

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Inhalt (lt. amazon.de):
Kylas Gedächtnis wurde gelöscht,
ihre Persönlichkeit ausradiert,
ihre Erinnerungen sind für immer verloren.
Kyla wurde geslated.
Aber die Stimmen aus der Vergangenheit lassen die Sechzehnjährige nicht los hat sie wirklich unschuldige Kinder bei einem Bombenanschlag getötet? Zählte sie zu einer Gruppe von gefährlichen Terroristen? Und warum steht ein Bild von ihr auf einer geheimen Webseite mit vermissten Kindern?
Kyla wird immer wieder von Flashbacks aus ihrem früheren Leben eingeholt und merkt allmählich, dass ihre wahre Identität ein großes Geheimnis birgt. Gemeinsam mit Ben, einem anderen Slater, in den sie sich verliebt, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?

Zitat:
”Mein Name war Lucy Connor. Ich wurde als vermisst gemeldet, als ich zehn Jahre alt war. Ich hatte ein graues Kätzchen und jemand hat meine Finger gebrochen. Und jemand vermisst mich.” 
(S. 225)

Kommentar:
Kylas Erinnerungen, ihre gesamte Persönlichkeit wurde gelöscht. Sie wurde geslated und hat sich vertraglich dazu verpflichtet einen Neuanfang in einer neuen Familie zu wagen. Einer Familie und einer Umgebung, die sie überhaupt nicht kennt. Ebenso wie sie den Rest der Welt nicht kennt. Bei der Eingliederung wird sie ständig von unterschiedlichen Personen überwacht, die laut eigener Aussage nur das Beste für Kyla wollen. Und von ihrem Levo, einem elektronischen Armband, welches ihre Stimmung kontrolliert und sie abschalten kann, wenn der Wert zu tief sinkt. Aber Kyla ist anders als andere Slater. Sie hat merkwürdige Träume und kann sich an Bruchstücke ihres alten Lebens erinnern. Aber das darf niemand wissen, denn dieses Leben ist ihre letzte Chance. Wem kann Kyla also noch trauen?

“Gelöscht” ist ein echter Pageturner, ich konnte überhaupt nicht mehr aufhören zu lesen. Die kurzen Kapitel, von denen es 51 gibt, machen es einen auch nicht besonders einfach, denn ständig denkt man “ein Kapitel geht noch” und auch der Schreibstil ist flüssig, angenehm und einfach – typisch für ein Jugendbuch.
Das Cover gefällt mir besonders. Es ist ein wenig düster in dunklen Farben gehalten. Das Mädchen auf dem Titel könnte gut die Hauptfigur des Buches Kyla sein: weiblich, sechszehn Jahre alt, blonde Haare, grüne Augen.

Die Autorin mit dem schönen Namen Teri Terry hat hier einen überzeugenden Jugendroman geschrieben. Ich konnte mich beim Lesen die meiste Zeit sehr gut in Kyla hineinversetzen und ihre Situation, dass wirklich alles neu für sie ist, nachvollziehen. Ich denke, etwas so zu beschreiben ist nicht einfach, denn wer verliert schon Mal sämtliche Erinnerungen.

Wie auch Kyla muss auch der Leser diese Welt im Jahre 2054 erst einmal kennen lernen, denn sie wird nicht von Anfang an klar umrissen. Wir erfahren erst im Verlaufe des Buches wie sehr sich die Welt verändert hat, wie viel in diesem England der Zukunft schief läuft, wo Menschen einfach spurlos verschwinden und Meinungsfreiheit und Menschenrechte nur noch veraltete Begriffe ohne Bedeutung sind. Besonders interessant fand ich dabei, dass die Autorin als Gründe für diese veränderte Welt Dinge nennt, die gerade in unserer Gegenwart sehr aktuell sind und uns auch heute schon beschäftigen. Ich werde an dieser Stelle nicht konkreter, weil ich nicht spoilern will.

Ebenso muss auch der Leser erst nach und nach herausfinden, welcher Person Kyla nun trauen kann und welchen nicht. So ganz klar wird dies nämlich auch nicht hervor gehoben, denn bis zum Ende wird nicht so ganz klar, auf welcher Seite viele Figuren denn nun stehen.

Generell merkt man diesem Buch aber an, dass es der erste Teil einer Reihe ist. Die Spannung ist zwar von Anfang bis zum Ende konstant, aber ein großes Finale gibt es jetzt nicht direkt. Viele kleinere Höhepunkte allerdings schon.
Außerdem bleiben die meisten Fragen bis zum Schluss unbeantwortet, weswegen ich jetzt erst einmal auf den sprichwörtlichen heißen Kohlen sitze, denn die deutsch Fortsetzung wird es leider erst im Frühjahr 2014 in unsere Buchhandlungen schaffen. Leider, denn ich habe Kyla jetzt schon Herz geschlossen und bin schon jetzt wahnsinnig gespannt, wie es weiter gehen wird.

Von mir gibt es für dieses absolut mitreißende und überzeugende Debüt die volle Sternzahl!

Neue Bücher eingezogen – Juni 2013

Ich finde es immer so interessant, wenn ich sehe, was für Bücher bei anderen Personen neu eingezogen sind und wollte meine neuen Bücher auch schon immer mal selbst einstellen, habe es bisher aber immer vergessen. Jetzt habe ich in den letzten 2-3 Wochen Mal alle Bücher die hier neu ankamen gesammelt und noch nicht in meine Regale eingeordnet, um sie euch auch Mal vorstellen zu können.

Und los geht es!

neujuni2013

[NEU] = Neuerscheinung aus den letzten max. 3 Monaten
1. [NEU] Der Mondscheingarten von Corinna Bomann aus dem ullstein Verlag
2. [NEU] Niceville von Carsten Stroud aus dem Dumont Verlag
3. Sturmwelle von Stephen M. Rother aus dem Blanvalet Verlag
4. Feind von Robert Corvus aus dem Piper Verlag
5. K von Tom McCarthy aus dem DVA Verlag
6. [NEU] Mystic City von Theo Lawrence aus dem Ravensburger Verlag
7. Das Labyrinth erwacht von Rainer Wekwerth aus dem Arena Verlag
8. [NEU] Gelöscht von Teri Terry aus dem Coppenrath Verlag
9. Silo von Hugh Howey aus dem Piper Verlag
10. [NEU] Aufbruch: Partials I von Dan Wells aus dem ivi Verlag
11. [NEU] Das Geheimnis des goldenen Salamanders von Renée Holler aus dem bloomoon Verlag
12. [NEU] Assassino von Gerd Ruebenstrunk aus dem bloomoon Verlag
13. [NEU] Artikel 5 von Kristen Simmons aus dem ivi Verlag
14. Wild von Lena Klassen aus dem Drachenmond Verlag
15. [NEU] Die da kommen von Liz Jensen aus dem dtv Verlag
16. [NEU] Warte auf mich von Philipp Andersen und Miriam Bach aus dem Pendo Verlag
17. [NEU] Das Mütter-Mafia-Buch von Kerstin Gier aus dem Lübbe Verlag
18. [NEU] Stolen Mortality von Jennifer Benkau aus dem Sieben Verlag
19. Dark Academy von Gabriella Poole aus dem cbt-Verlag
20. Und dennoch ist es Liebe von Jodi Picoult aus dem Bastei Lübbe Verlag
21. [NEU] Aaarfz von Markus Herrmann aus dem Dumont Verlag
22. [NEU] Götter und Menschen von Jean-Pierre Vernant aus dem Dumont Verlag
23. [NEU]Die Rosen von Montevideo von Carla Federico aus dem Knaur Verlag

Ich war selbst überrascht, dass es doch so viele Bücher waren, die hier in so kurzer Zeit angekommen sind. Einige hab ich bereits gelesen, andere subben noch hier rum.

Jetzt im Sommer werden es wohl weniger Bücher werden, denn dann bin sogar ich lieber draußen an der frischen Luft und unternehme ein paar tolle Dinge. Trotzdem hoffe ich, dass euch ab sofort jeden Monat meine neuen Bücher vorstellen kann.

Und wie viele Bücher bekommt ihr so im Monat? Und welche von diesen Büchern würden euch auch gefallen und habt ihr vielleicht ebenfalls? Was fehlt an Neuerscheinungen aus den letzten Wochen bei mir noch? :)

Liebe Grüße,

Nicole

Das Salz der Erde – Daniel Wolf

dassalzdererde

Goldmann-Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 1152 Seiten
9,99 Euro
Juni 2013
ISBN: 3442479479

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Inhalt (lt. amazon.de):
Ein grandioses Mittelalter-Epos … um Liebe, Freiheit und das weiße Gold!
Herzogtum Oberlothringen, 1187. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt der junge Salzhändler Michel de Fleury das Geschäft der Familie. Doch seine Heimatstadt Varennes leidet unter einem korrupten Bischof und einem grausamen Ritter, der die Handelswege kontrolliert – es regieren Armut und Willkür. Als Michel beschließt, Varennes nach dem Vorbild Mailands in die Freiheit zu führen, steht ihm ein schwerer Kampf bevor. Seine Feinde lassen nichts unversucht, ihn zu vernichten. Nicht einmal vor Mord schrecken sie zurück. Und schließlich gerät sogar seine Liebe zur schönen Isabelle in Gefahr …

Zitat:
Jean hatte sich längst damit abgefunden, dass er nie ein findiger Kaufmann wie Michel werden würde – dafür fehlten ihm schlicht Geduld und Wortgewandtheit. Gleichwohl hatte er sich von seinem Bruder den einen oder anderen Kniff abgeschaut. So hatte er es sich beispielsweise zur Gewohnheit gemacht, jeden Handelspartner genau zu beobachten um etwaige Schwächen auszumachen. Fand er welche, machte er sie sich – freilich innerhalb der Grenzen von Anstand und Gesetz – bei den Verhandlungen zunutze. 
(S. 788)

Kommentar:
Michel, sein Bruder und sein Vater haben sich in der Stadt Varennes eine Existenz als Kaufleute aufgebaut, nachdem sie dorthin nach Oberlothringen geflohen sind um der Leibeigenschaft zu entkommen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt Michel als der ältere Bruder die Geschäfte und arbeitet sich in der Stadt langsam und erfolgreich nach oben. Aber wer hoch steigt, der fällt auch tief, das muss auch Michel mehr als einmal und in jeglicher Beziehung erfahren. Hinzu kommt noch, dass auch Varennes und seine Bewohner unterdrückt werden. Michels Traum ist es, sich und die gesamte Stadt zur Unabhängigkeit zu führen …

Ich lese nur recht selten historische Romane. Warum weiß ich eigentlich gar nicht, denn bislang haben mir die meisten Romane die ich aus diesem Genre gelesen habe sehr gefallen. Und nach “Das Salz der Erde” habe ich mir vorgenommen, dass ich jetzt wirklich öfter mal wieder zu diesem Genre greifen werde, denn ich habe dieses Werk von Daniel Wolf so richtig genossen.
Zugegeben, ein wenig skeptisch war ich schon, ob des enormen Umfangs. Über 1100 Seiten umfasst dieses Buch, aber trotzdem habe ich das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Der Autor schreibt so wunderbar flüssig und eigentlich ist es lachhaft so etwas über ein Buch zu sagen, das so dick ist, aber ich fand es an keiner Stelle zu ausschweifend oder langatmig. Gerade zum Ende hin fand ich sogar, dass es im Gegenteil noch ein wenig ausführlicher hätte bleiben können, so wie es auch zu Beginn und lange, lange bis weit nach der Mitte war. Zum Ende hin kam mir das Buch dann doch etwas gehetzt vor.

Die Geschichte selbst beschreibt die des Michel de Fleury, seiner Familie und seines Werdegangs von früher Kindheit an bis ins hohe Alter. Dabei habe ich als Leser alle Höhen und Tiefen, die das Leben so mit sich bringen kann, miterleben können, habe mit Michel gelacht und gelitten und schließlich auf der letzten Seite angekommen fiel der Abschied dann tatsächlich etwas schwer. Aber nicht nur Michel als Hauptfigur der Geschichte wurde toll beschrieben, auch viele andere Figuren wie Michels Bruder Jean und seine Jugendliebe Isabell habe ich ins Herz geschlossen. Natürlich fehlen auch einige Figuren nicht, die man verabscheuen kann, obwohl ich sagen muss, dass keine Figur so einfach nur gut oder nur böse ist. Allesamt waren sehr, sehr vielschichtig.

Die Schauplätze und die Handlung sind komplett erfunden vom Autor, der historische Kontext drum herum allerdings gut recherchiert und auch gut dargestellt. Es geht nicht nur um Michels persönliche Geschichte, sondern auch um Freiheit und Unabhängigkeit und das Leben zu dieser Zeit und die Willkür, die die Mächtigen der damaligen Zeit ausüben konnten.

Optisch erinnert das Buch ein wenig an Ken Folletts Bestseller, wirklich zu vergleichen sind diese Bücher allerdings nicht, finde ich. Nett ist auch, dass auf der Coverinnenseite noch eine schöne Karte der Stadt Varennes-Saint-Jacques gedruckt ist, für alle, die sich gerne räumlich ein wenig orientieren wollen. Die Kapitel sind zum größten Teil schön kurz und generell ist das Buch eingeteilt in fünf große Abschnitte, fünf Bücher.

Hinter dem Pseudonym Daniel Wolf steckt übrigens Christoph Lode, der bislang nicht nur bereits historische Romane geschrieben hat, sondern auch einige Fantasy-Romane.

Ich bin von diesem Buch sehr, sehr begeistert und hoffe sehr, dass Daniel Wolf irgendwann einen weiteren so tollen und mitreißenden historischen Roman schreiben wird, ich wäre auf jeden Fall schon Mal eine der ersten, die in Buchhandlung rennen würde um ihn zu kaufen. Fünf großartige Punkte für diesen großen Roman!

“Artikel 5”: Der Gewinner ist … Trommelwirbel!

artikel5Eine Woche hattet ihr Zeit um an meinem Gewinnspiel zu “Artikel 5” aus dem ivi-Verlag teilzunehmen. Ich war sehr überwältigt von der positiven Resonanz und auch wenn ihr nicht viel davon habt, möchte ich euch allen herzlich dafür danken!

Leider hatte ich lediglich ein Buch zu verlosen, aber ich hätte gerne für jeden der 52(!) Gewinnspielteilnehmer ein Exemplar gehabt. Aber(!) nächste Woche startet bereits das nächste Gewinnspiel und ich hoffe sehr, dass dann ebenfalls wieder ein paar von euch teilnehmen werden.

Danke auch für die lieben Kommentare zu meinem Blog, das hat mich ebenfalls sehr gefreut. Ist schon nett, wenn man mal Feedback bekommt, aber das werden ja alle Blogger kennen. In diesem Zuge möchte ich jetzt aber noch schnell eines klar stellen. Das Design meines Blogs, auf das viele zu sprechen kamen, ist leider, leider nicht von mir selbst gestaltet. Ich kann so etwas leider nur sehr schlecht und habe auf die Designvorlagen, die WordPress zur Verfügung stellt, zurückgegriffen und es nur ein wenig angepasst. Aber ich muss euch recht geben, ich finde dieses Design nämlich auch wunderschön! :)

So, nun aber zum eigentlichen, nämlich zur Verlosung! Ich habe wieder ein kleines Video mit der Los”fee” Julian gemacht und den Gewinner von ihm ziehen lassen. Aber seht es euch doch selbst an!

Die Los”fee” Julian zieht den Gewinner von “Artikel 5”!

Die Gewinnerin wurde bereits benachrichtigt, liebe Sandrina von Johannisbeerchens Bücherblog, bitte schick mir schnellstmöglich deine Adresse zu, damit das Buch schnell auf die Reise gehen kann!

Und denkt daran, bereits nächste Woche startet das nächste Gewinnspiel!

Liebe Grüße,

Nicole

TAG: 100 Bücher, die man gelesen haben sollte – Jugendbuchversion

100buecher0So etwas mache ich doch gerne mit, denn so etwas macht Spaß!
Untenan seht ihr Bilder von Büchern, die man gelesen haben sollte. Die Bücher mit einem grünen Stern, habe ich bereits gelesen. Bücher mit einem roten Stern habe ich bereits hier liegen und sie warten nur darauf, dass ich sie endlich mal lese. Und unmarkierte Bücher habe ich weder gelesen, noch liegen sie hier.

Die Idee hierzu hatte Sandra von Pusteblumes Blog, ein Besuch lohnt sich!

Nochmal:
grüner Stern = bereits gelesen
roter Stern = wird bald gelesen
kein Stern = kenne ich nicht, habe ich nicht, habe ich auch nicht vor zu lesen

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100buecher2

100buecher3

100buecher4

100buecher5

Ich finde, mit 54 bereits gelesenen Büchern ist mein Schnitt ganz okay. Und 16 weitere dieser Bücher liegen ja bereits auf meinem SUB und warten nur darauf gefressen zu werden ;) .

Wie schaut es denn bei euch aus? Ich finde solche Übersichten ja großartig!

Zum nachahmen übrigens empfohlen! Zwinkerndes Smiley

Liebe Grüße,

Nicole

Das Geheimnis des goldenen Salamanders – Renée Holler

dasgeheimnisdesgoldenensalamanders

bloomoon Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 304 Seiten
12,99 Euro
April 2013
ISBN: 3760791557

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Herzlichen Dank an

bloomoon

und an

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für dieses Buch!

Inhalt (lt. amazon.de):
England, 1619: Als Junge verkleidet macht sich die zwölfjährige Alyss auf den Weg nach London, um das Herrenhaus ihres verschollenen Vaters vor ihrem gierigen Onkel zu retten. Nie hätte sie sich träumen lassen, welch Abenteuer sie dort erwarten – und welch besondere Freundschaften…

Zitat:
”Ihr wisst doch genau, dass ich es nicht mag, wenn ihr hier das Gesindel vom Jahrmarkt reinlasst.”
Er wies mit einer Handbewegung über die Kisten, den Kleiderständer, die Truhen, die ausgestopfte Raubkatze und den Korb mit den Messern und Äxten. “Als Nächstes sendet ihr noch ‘ne persönliche Einladung aus, dass es hier was zu klauen gibt.”
(S. 182)

Kommentar:
Wir schreiben das Jahr 1619. Als Alyss Vater zu einer Reise in die neue Welt aufbricht, lässt er ihr ein kleines Schmuckstück da, einen goldenen Salamander, den sie zu einem seiner Freunde nach London bringen soll, wenn sie Hilfe benötigt. Es kommt, wie es kommen muss, Alyss Vater erleidet Schiffbruch und kommt nicht mehr zurück. Als ihre Habgierige Verwandtschaft sich in Alyss Haus nieder lässt, versucht ihr Onkel Alyss möglichst schnell loszuwerden. Aber zuerst möchte er den Salamander haben. Alyss flieht nach London um den Freund ihres Vaters um Hilfe zu bitten. Der ist allerdings gerade verreist und Alyss muss sich in alleine in London zurecht finden, wo gerade viele Kinder auf geheimnisvolle Weise einfach verschwinden. Dabei trifft sie auf den Waisen und Taschendieb Jack …

“Das Geheimnis des goldenen Salamander” ist ein spannendes Kinderbuch und für Kinder ab zehn Jahren empfohlen. Auch mir als Erwachsenen hat es Spaß gemacht Alyss Abenteuer mit zu erleben und mit Alyss und Jack mit zu fiebern. Die Kapitel sind schön kurz gehalten, so dass auch Kinder ein angenehmes Leseerlebnis verspüren können, wenn sie mal wieder ein Kapitel geschafft haben.
Besonders toll sind bei diesem Buch die zahlreichen Illustrationen von Bernd Lehmann, die im selben Stil gehalten sind wie schon das farbenfrohe Cover, nur dass die Bilder im Buchinneren schwarz/weiß gedruckt sind. In unbestimmten Abständen gibt es viele solcher Bilder im Buch, die mal eine ganze Seite fassen, mal auch etwas mehr. Schön sind sie allerdings alle anzuschauen, hier hat der Illustrator eine großartige Arbeit geleistet und mit seinen Werken die erzählte Geschichte visuell unterstützt.

Die Geschichte an sich ist sehr altersgerecht spannend erzählt. Ein Mädchen und ein Junge als Hauptfiguren lassen das Buch auch offen für Leser und Leserinnen gleichermaßen, für jeden ist eine Figur dabei mit der er sich identifizieren kann. Ein wenig gruselig sind die Erzählungen der vermeintlichen Menschenfresser und Kinderdiebe schon, aber alles absolut altersgerecht, meiner Meinung nach, so dass auch ein wenig darauf hingewiesen wird, dass nicht immer alles das ist, was es zu sein scheint und man auch mal hinter die Kulissen sehen und um die Ecke denken sollte.

Ich bin von diesem Buch sehr begeistert und würde es jedem lesewilligen jungen Menschen empfehlen. Das schöne und bunte Cover wird sicherlich ebenfalls die Blicke vieler junger Menschen auf sich ziehen.
Das Ende ist übrigens mehr oder weniger offen. Ein Handlungsstrang ist zwar beendet, ein weiterer lässt allerdings noch Raum für eine Fortsetzung, die es hoffentlich auch geben wird. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, Alyss und Jack in einem weiteren Abenteuer zu begegnen.
Fünf Sterne für dieses Werk der Autorin Renée Holler, die bereits mehrere historische Krimis für Kinder geschrieben hat!

Die große Volksverarsche: Wie Industrie und Medien uns zum Narren halten. Ein Konsumenten-Navi – Hannes Jaenicke

diegrossevolksverarsche

Gütersloher Verlagshaus
Gebundene Ausgabe
ca. 192 Seiten
17,99 Euro
Mai 2013
ISBN: 3579066366

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Inhalt (lt. amazon.de):
Das Konsumenten-Navi für Vor- und Nachdenker
Geld regiert die Welt. Geld verdirbt den Charakter. Folglich verdirbt Geld die Welt. Wenn es um Macht, Umsatz und Profit geht, kennen Politik, Industrie und Werbung keine Scham, es wird gelogen, was das Zeug hält. Das Opfer ist immer der kleine Mann bzw. die kleine Frau, gerne auch Endverbraucher genannt. Was also können wir heute überhaupt noch bedenkenlos konsumieren? Wo finden wir brauchbare Informationen? Wie können wir uns wirkungsvoll schützen vor der großen Volksverarsche?
Einer, der Missstände gerne und begeistert aufdeckt, ist der Schauspieler, Autor und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke. Sein Konsumenten-Navi bietet reichhaltiges Material für den kritischen Verbraucher: spannend, unterhaltsam und provokant. Jaenickes Recherchen sind in dieser geballten Zusammenstellung ein wichtiges Zeugnis über die skrupellose Geschäftemacherei in unserer modernen Konsumgesellschaft.

Zitat:
Alles, was ich hier an Konsumentenappellen präsentiere, richtet sich genauso an mich selbst, den “Vielflieger gegen den Klimawandel”83 und “Affenversteher”84; zwar gebe ich mir Mühe, getreu dem Credo “Du bist nicht allein auf der Welt” zu leben, aber faule Kompromisse und Informationsdefizite bleiben auch bei mir nicht aus…
(S. 163)

Kommentar:
Nach “Wut allein reicht nicht: Wie wir die Erde vor uns schützen können” ist dieses Buch nun die zweite Veröffentlichung von Hannes Jaenicke, den die meisten eher als erfolgreichen, deutschen TV-Schauspieler kennen werden. Abermals widmet sich Jaenicke einem brisanten Thema, bzw. eigentlich direkt mehreren Themen, nämlich all jenen Themen, die uns alle betreffen und wo wir, das Volk, meistens groß verarscht werden. Jaenicke macht dabei weder vor Politik, noch Wirtschaft, noch vor dem Volk selbst halt und kritisiert alles, was in seinen Augen nicht korrekt läuft.

Zum Buch selbst. Nach einer kurzen Einleitung, die aussagt, dass in unserem Land vieles falsch läuft, widmet sich der Autor in mehreren Kapiteln Themen wie dem Plastikkonsum und dem damit verbundenen Müllproblem, den Banken und deren falsche Spiele, dem täglichen TV-Programm und noch vielen weiteren Themen. Dabei bekommt jeder sein Fett weg: die Autolobby, die Pharma- und Bekleidungsindustrie, die Energiemogule, sogar die Winzer bekommen etwas ab. Und natürlich geht es bei all diesen Themen immer nur um das eine: um Geld!
Jaenicke beschreibt, mit welchen fiesen Tricks Konsumenten zum Narren gehalten, ja regelrecht verarscht werden, nur damit sie ihre Geldbörse zücken und einfach für alles bezahlen, sei es nun lediglich minderwertige Ware oder gleich Gift.

Die Themen an sich fand ich recht interessant und Jaenicke hat auch einen sehr mitreißenden Stil, allerdings schießt er meiner Meinung nach auch öfter mal übers Ziel hinaus, denn ebenso wie schon der Titel ist auch der Inhalt dieses Buches recht reißerisch. Natürlich wird Jaenicke mit vielen Dingen die er da behauptet recht haben, wenn nicht sogar mit den meisten oder gar allen, das will ich gar nicht schönreden. Das Problem ist eher, dass er dies in einer sehr oberlehrerhaften Art und Weise darlegt, dass man sich selbst manches Mal schon wie ein geohrfeigtes Kind fühlt. Da hilft es auch nicht viel, dass er am Ende selbst einräumt, dass auch er nicht immer alles richtig macht und vor allem erkennt, der schlechte Beigeschmack bleibt.

In seinem Buch gibt es zahlreiche Endnoten, meist zu diversen Quellenangaben. Leider helfen einen diese Quellenangaben in vielen Fällen nicht weiter, denn sie verweisen lediglich auf den Hinweis, an welchem Datum diese Info in ein Gespräch eingeflossen ist. Ein paar handfestere Zahlen und Quellen hätte ich mir bei vielen Behauptungen die Jaenicke da anstellt schon gewünscht, auch wenn ich die meisten seiner Aussagen gar nicht mal in Frage stellen würde.
Jaenicke gibt zwar auch viele Tipps für eigene Recherchen, allerdings sind das hauptsächlich ganz allgemeine Hinweise, wie zB. eine Unterseite der offiziellen Greenpeace Homepage oder FoodWatch.

Insgesamt finde ich dieses Buch toll als Anregung zum nachdenken und selbst recherchieren, als das wozu es angepriesen wird, nämlich als “Konsumenten-Navi” eher nicht. Insgesamt vergebe ich hier 3,5 Sterne, die ich auf vier Sterne aufrunde.