Memento – Die Überlebenden – Julianna Baggott

999eeccda99b49c1800095c10a3472c3_front_cover Baumhaus Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 464 Seiten
16,99 Euro
März 2012
ISBN: 3833901136Bestellen bei Amazon.de

Inhalt (lt. amazon.de):
Eine amerikanische Stadt, neun Jahre, nachdem die Bomben fielen. Majestätisch thront die Kuppel des Kapitols über den Trümmern – in ihr leben die Reinen, die Makellosen. Sie wurden auserwählt, eine neue, bessere Menschheit zu begründen. Unten in der Stadt kämpfen alle Übrigen ums Überleben. Auch die 16-jährige Pressia hat es schwer, sich und ihren Großvater durchzubringen. Und dann soll sie auch noch eingezogen werden, um für das grausame Militärregime zu arbeiten, das Angst und Schrecken in der Stadt verbreitet. Als sie den Verschwörungstheoretiker Bradwell kennenlernt, scheint das zunächst ihre Rettung zu sein. Er kennt den Untergrund und hilft ihr, unterzutauchen. Doch dann wird sie erwischt …

Kommentar:
Die Erde der Zukunft ist fast vollständig durch eine nukleare Katastrophe zerstört. Ausgelöst von Menschen, die Gott spielen wollten. Die Überlebenden sind zum einen die Unglückseligen, die mit Gegenständen und sogar Menschen aus ihrer Umwelt verschmolzen. So hat die Hauptfigur Pressia in diesem Roman beispielsweise den Kopf ihrer Puppe als Handersatz, dazu viele Narben und Verbrennungsmerkmale. Andere Überlebende hat es teils noch viel schlimmer getroffen. Und dann sind da die Reinen, die im Kapitol gut geschützt und versorgt sind und von der Strahlung verschont blieben. Zu ihnen gehört Partridge, der eines Tages aus dem Kapitol ausbricht um seine Mutter zu finden.

Ich habe dieses Buch wirklich herbeigesehnt und war sehr erfreut es endlich in meinen Händen halten zu können. „Mementos“ – das sind Andenken an die Vergangenheit und an die Vergangenheit erinnern sich die Überlebenden außerhalb des Kapitols gerne. Kein Wunder, denn das gegenwärtige Leben scheint wenig erstrebenswert. Es ist zwar schon neun Jahre her seit der Katastrophe, aber wirklich getan hat sich seitdem nichts. Die Menschen leben immer noch in den Trümmern die die Bomben hinterlassen haben und lassen sich von einer selbsternannten Revolutionsorganisation unterdrücken und in Angst und Schrecken versetzen.
Das Szenario dieser Geschichte ist wirklich sehr erschreckend und brutal. Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, warum dieses Buch als Jugendbuch deklariert wurde. Ja, die Protagonisten sind jugendlich, aber die Geschehnisse sind hart und brutal und schockierend. Ich bin eigentlich nicht dafür Kinder und Jugendliche in Watte zu packen, aber hier geht es nicht nur um Gewalt und Brutalität und Blutvergießen, sondern um wirklich verstörende Eindrücke von einer möglichen Zukunft ohne irgendwelche Perspektiven. Ich bin nicht der Meinung, dass junge Leute so etwas schon so gut aufarbeiten können wie es angebracht wäre.

Nun gut, davon einmal abgesehen. Aus meiner (erwachsenen) Sicht ist die Geschichte an sich zwar gut, hat allerdings enorme Schwächen. Vor allem ist da diese diffuse Geschichte, die einfach nicht stimmig war. Insgesamt waren die Ideen zwar allesamt gut, die Ansätze vorhanden, haben aber meiner Meinung nach nie wirklich stimmig zueinander gepasst. Ich konnte nicht nachvollziehen wie die Figuren auf irgendetwas kamen, warum sie auf einmal so handelten wie sie es taten. Für mich waren das größtenteils alles unzusammenhängende kleine Episoden. Vielleicht liegt es auch an der Komplexität der gesamten Geschichte. Teilweise hatte ich wirklich den Gedanken „Oh, das ist jetzt aber zu viel des Guten“. So viele Zufälle, so viele Konstruktionen die ineinander verwebt sind und dann tatsächlich auch funktionieren? Nein, nicht glaubwürdig genug, nicht ausreichend erklärt.
Die Protagonisten waren einfach nicht authentisch, nicht glaubhaft. Ich hatte auch nach Beendigung der knapp 460 eng bedruckten Seiten nicht das Gefühl einem der Charaktere nahe zu stehen oder ihn zu kennen. Insgesamt blieben sie alle sehr grau und farblos, einfach agierend, zwar mit diversen Gedanken versehen, deren Ursprung allerdings ebenso wenig klar wurde wie eine Erklärung, warum es kaum Emotionen gab. Eine so ausweglose Lage und so gut wie keine Emotionen? Unglaubwürdig!

Der Schreibstil war okay, das Buch lies sich recht flüssig lesen, das zumindest. Die Strukturierung hat mir gefallen. Die Kapitelüberschriften geben immer an welche der Hauptpersonen gerade im Fokus der Aufmerksamkeit steht und dazu noch ein Schlagwort für die Handlung an sich.

Insgesamt würde ich für die ganzen Schwächen eigentlich eher 2 Punkte vergeben, da ich von diesem Gesamtszenario allerdings schon irgendwie gefesselt war werden es 2,5 Punkte, aufgerundet auf 3. Ob ich den zweiten Band allerdings noch lesen werde weiß ich wirklich noch nicht. Jedenfalls werde ich es damit wohl nicht so eilig haben wie mit diesem ersten Band hier.

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Ein Kommentar zu “Memento – Die Überlebenden – Julianna Baggott

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