Assassino – Gerd Ruebenstrunk

assassino

bloomoon Verlag
Gebundene Ausgabe
ca. 384 Seiten
16,99 Euro
März 2013
ISBN: 3760786812

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Inhalt (lt. amazon.de):
Nicht zum ersten Mal macht sich die 17-jährige Kati Bergmann mit dem Archäologen Chris Montiel auf die Suche nach verlorenen Schätzen. Doch bei der Recherche nach einer sagenumwobenen etruskischen Gewandfiebel ist alles anders. Bald wird die Forschungsreise zu einem Wettlauf gegen die Zeit!

Zitat:
Chris drehte den Zündschlüssel und der Motor sprang an. Im selben Augenblick stieß er einen erstickten Schrei aus. Kati, die mit ihrem Gurt beschäftigt war, blickte auf. Ilyas war halb über den Fahrersitz gebeugt. Mit einer Hand hatte er Chris’ Kopf an den Haaren nach hinten gerissen, mit der anderen drückte er ihm das Messer an die Kehle.
”Was ist das für eine Teufelei?”, zischte er. Seine Augen waren zu zwei schmalen Schlitzen zusammengepresst und im gelblichen Licht der Laterne sah sein verzerrtes Gesicht wie das eines Dämons aus.
(S. 67)

Kommentar:
Kati und Chris wurden von Katis Vater, einem Milliardär, der antike Stücke sammelt, auf eine Expedition geschickt, um eine verschollene etruskische Gewandfiebel zu suchen und am besten zu finden. Wie sich schnell zeigt, sind Kati und Chris allerdings nicht die einzigen, die nach diesem antiken Artefakt suchen, das eigentlich kaum materiellen Wert hat. Welches Geheimnis steckt also dahinter, dass so viele Gruppierungen hinter der Fiebelscheibe her sind? Als dann auch noch der mysteriöse Ilyas auftaucht, der überhaupt nicht aus dieser Zeit zu stammen scheint, ist Katis Verwirrung perfekt und sie beginnt eigene Nachforschungen über ihren Vater anzustellen …

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich davon abraten würde, den eingeklappten Klappentext des Buches zu lesen, denn dieser nimmt schon eine Menge vorweg, was erst im Laufe der Geschichte aufkommt. Das finde ich wirklich schade und kann nicht verstehen, warum Verlage da nicht genauer drauf achten. Also, meine Empfehlung: Den Klappentext eher nicht lesen! Jedenfalls nicht, vor dem eigentlichen Buch.

Ansonsten ist das Buch optisch ein echter Hingucker. Das Cover ist ein wenig metallisch-Gold glänzend und macht so richtig was her. Auch der Schriftzug schaut klasse aus. Der Typ auf dem Cover ist zwar nicht unbedingt nach meinem Geschmack, könnte aber gut eine der Figuren im Buch, nämlich Ilyas darstellen. So würde ich ihn mir jedenfalls ungefähr vorstellen.

Die Geschichte von „Assassino“ ist durchaus spannend und ich habe mir ein tolles Leseabenteuer gewünscht. Vielleicht eine Mischung aus jungem Indiana-Jones und etwas modernerem wie Twilight vielleicht, aber auf jeden Fall eine spannende Schnitzeljagd. Leider wurden meine Erwartungen diesbezüglich eher enttäuscht.

Direkt zu Beginn habe ich mich gefragt, warum Kati und Chris, die beide noch sehr jung sind, Kati ist noch nicht einmal volljährig, von Katis Vater mit so einer Aufgabe betraut werden, aber nun gut, beide sind wohl qualifiziert genug, denn beide sind hochbegabt und haben einen überdurchschnittlichen IQ. So macht die Schnitzeljagd sogar Spaß, das kann man sich vorstellen. Als dann aber zu einem späteren Zeitpunkt, als dieser Auftrag schon gefährlich zu werden drohte, dann rauskam, warum Katis Vater diese Scheibe überhaupt haben möchte, da habe ich dann doch überhaupt nicht mehr verstanden, warum er damit seine Tochter beauftragt und nicht Profis. Er ist Milliardär, die könnte er sich wohl locker leisten. Die Begründung dazu schien mir ein wenig lasch.

Kati selbst ist eine recht ambivalente Figur, jedenfalls kommt sie bei mir so an. Zum einen hochintelligent, zum anderen aber total unsicher, vor allem im Umgang mit Menschen und Gefühlen. Okay, das kann natürlich passieren, dieses Problem haben ja einige hochintelligente Menschen, dass sie emotional eher weniger intelligent sind, aber irgendwie hat man es Kati nicht so recht abgenommen. Hinzu kommt noch, dass sie das eine denkt und davon überzeugt ist, aber etwas anderes wirklich tut, bzw. sich dann doch nicht mehr so sicher ist, wenn es darauf ankommt. Kati konnte ich einfach nicht so recht einschätzen.
Die nächste, wirklich interessante Figur wäre dann Ilyas. Seine Geschichte fand ich total interessant. Eine tolle Idee, ich will hier nicht näher drauf eingehen um nicht zu viel zu verraten, aber mir hat die Geschichte wirklich gefallen, nur Ilyas als Figur fand ich nicht überzeugend genug. Am Anfang hat er noch sehr gut den Unwissenden gemimt, später wusste er nach meinem Empfinden dann zu viel und kam in der für ihn ja fremden Welt viel zu gut zurecht.

Die Suche nach der Fiebelscheibe kam leider auch irgendwie zu kurz. Jahrelang hat da angeblich niemand etwas zu finden können und dann, als es endlich mal jemand ernsthaft versucht hat, ging es ruck-zuck, ohne große Probleme. Okay, das einzige Problem war, dass sich unterschiedliche Parteien um die Scheibe gekloppt haben, aber die Suche an sich war kein Problem. Das fand ich schade. Hier hätte ich mir mehr Abenteuer und mehr Rätsel gewünscht, statt Käbbeleien untereinander.

Insgesamt war es aber eine schöne Geschichte, die ich trotz aller Kritik und Anmerkungen gerne gelesen habe. Und ich bin auch an einer Fortsetzung interessiert, denn der Cliffhanger ist wirklich böse. Trotzdem kann ich hierfür nur drei Sterne geben und hoffe, dass der zweite Band wieder einiges wett machen wird, was dem ersten einfach gefehlt hat und das wäre erstens ein wenig mehr Glaubhaftigkeit und zweitens Abenteuer!

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Ein Kommentar zu “Assassino – Gerd Ruebenstrunk

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