Niceville 1 – Carsten Stroud

Unbenannt-2

Dumont Verlag
Taschenbuch Ausgabe
ca. 506 Seiten
9,99 Euro
März 2013
ISBN: 3832162127

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Inhalt (lt. amazon.de):
Niceville. Eine Kleinstadt im Süden der USA, idyllisch, altmodisch und noch immer fest in den Händen der Gründerfamilien. Hier lässt es sich leben. Aber irgendetwas läuft schief in Niceville. An einem Sommertag verschwindet der kleine Rainey Teague. Zehn Tage später wird er gefunden in einer alten Gruft. Er liegt im Koma. Nick Kavanaugh, der Ermittler, steht vor einem Rätsel. Niceville findet keine Ruhe mehr. Merle Zane und Charlie Danziger überfallen eine Bank und machen sich mit 2,5 Millionen Dollar aus dem Staub. Nach einer Meinungsverschiedenheit knallen sie sich gegenseitig ab. Beide überleben schwerverletzt.
Niceville wird zu einem Ort ohne Gnade. Während eines infernalischen Wochenendes überschlagen sich die Ereignisse. Liegt ein Fluch über Niceville? Geht er aus von einem mit schwarzem Wasser gefüllten Loch indem Felsen oberhalb der Stadt? Man sagt, etwas lebt darin. Doch was?

Zitat:
Er legte den Kopf an die raue Borke des Baumes, starrte in den Abendhimmel und versuchte, den Schmerz mit Willenskraft zu überwinden, was, wie sein Karatelehrer ihm gesagt hatte, ohne weiteres möglich war, wenn man sich nur genug anstrengte und die mentale Kraft besaß, das Wesen des Schmerzes zu durchdringen, der in Wirklichkeit nichts weiter als eine vom Körper produzierte Illusion war und durch das energetische Wirken eines wahrhaft transzendentalen Geistes ganz leicht beherrscht und besiegt werden konnte. Wie sich herausstellte, stimmte das nicht.
(S. 102)

Kommentar:
In Niceville geschehen brutale und seltsame Dinge. Zunächst verschwindet ein Junge. Spurlos! Nachdem seine Mutter verschwindet taucht er plötzlich wieder auf. Er ist nicht der einzige Vermisste. In Niceville verschwinden unnatürlich viele Menschen seit fast hundert Jahren schon.
Eine Bank wird überfallen und dabei werden mehrere Menschen, unter anderem vier Polizisten getötet. Anderorts ereignet sich ein schwerer LKW-Unfall, Menschen werden erpresst und einem Mann wird sein böses und schmieriges Handwerk gelegt.
Das alles ist Niceville. So nett ist es in Niceville gar nicht. Was hat es mit dieser merkwürdigen Stadt nur auf sich?

„Ein Höllenritt von einem Roman“ – so wurde mir dieses Buch angepriesen. Aufgrund des Covers hatte ich zunächst kein Interesse, denn anhand des Covers hatte ich hinter diesem Titel eine Geschichte rund um Gangster, Drogen und brutale Morde erwartet. Jetzt nach der Lektüre des Buches finde ich immer noch, dass das Cover nicht zum Inhalt passt. Lediglich der Teil des Buches unter dem Titel gibt annähernd die düstere und beklemmende Atmosphäre des Buches wieder. Der Buchschnitt allerdings passt wieder wunderbar, dieser wurde nämlich schön bedruckt, so dass ihn nun schwarze Vögel zieren.

Ich habe ein wenig gebraucht um mich ins Buch hinein zu finden. Nach den ersten Seiten dachte ich tatsächlich, dieses Buch sei eher ein wenig wie „Ponyreiten“ statt dem versprochenen „Höllenritt“. Dieser Eindruck konnte allerdings schnell revidiert werden. Nachdem ich mich mit den wirklich vielen unterschiedlichen Figuren angefreundet und ins Buch hineingefunden habe, wurde es so richtig spannend. Es werden mehrere Handlungsstränge parallel erzählt, so dass man einfach immer weiter lesen muss um zu erfahren, was weiter passiert. Dabei wird es zu keinem Zeitpunkt langweilig, die Spannung wird vom Anfang bis zum Ende gehalten.
Die Figuren sind sehr unterschiedlich, allesamt sehr gut charakterisiert, und agieren sehr eindrucksvoll. Besonders begeistert hat mich, dass irgendwie jede Figur ihre eigene Stimmung transportieren konnte.

Ein Buch für nebenbei ist dieser erste Band von „Niceville“ trotzdem nicht. Es passiert so viel, die Handlung ist so dicht, dass man gut aufpassen muss um nichts zu verpassen, zumal in diesem Roman viel mystisches eine Rolle spielt und nicht alles logisch erklärbar ist.

Der Autor hat hier eine sehr dichte und intelligente Geschichte geschrieben, die am Ende immer noch spannend und noch lange nicht abgeschlossen ist. Das Buch endet zwar nicht mit einem großen Cliffhanger, aber es bleiben noch einige Fragen und Handlungsstränge offen die zeigen, dass die Geschichte von Niceville noch nicht beendet ist. Der zweite Band erscheint bereits im August im Dumont-Verlag, so dass wir auf die Fortsetzung glücklicherweise nicht mehr lange warten müssen (eine kurze Leseprobe zum zweiten Band findet sich übrigens am Ende dieses Teils)! Vier Sterne mit Tendenz zum fünften für diesen tollen Roman, der doch tatsächlich eher einem „Höllenritt“ gleicht.

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Ein Kommentar zu “Niceville 1 – Carsten Stroud

  1. Pingback: Juni-Gewinnspiel: Gewinne einen Höllenritt nach “Niceville” | About Books

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